Dickkopf 3 (Dkk3) - sensitiver Biomarker einer fortschreitenden Nierenschädigung
Erstmalig ist eine Diagnose mittels einfachen Urintest möglich
ReFiNE ist ein IVDR-zertifizierter Test zur Diagnose einer aktiven bzw. fortschreitenden Nierenschädigung, welcher auf der ELISA Technologie basiert. Er wird in einer spontan gewonnenen Harnprobe durchgeführt. Mit dem gemessenen uDkk3-Wert kann eine noch nicht bekannte Nierenschädigung entdeckt bzw. eine fortschreitende Schädigung der Nieren sicher bestätigt werden. Darüber hinaus sagt die Höhe der im Urin gemessenen Dkk3-Konzentration den künftigen Verlust der Nierenfunktion bei Personen mit gesicherter Nierenerkrankung voraus, d.h. sie korreliert signifikant mit dem individuellen Verlust der GFR in der Folgezeit.
Bei welchen Patienten ist eine Dkk3-Messung im Urin angezeigt?
- Erwachsene mit einer (langjährigen) arteriellen Hypertonie (Bluthochdruck)
- Zewinger et al. J Am Soc Nephrol 2018; Norvik et al. Kidney Int Rep 2025
- Erwachsene mit einem (langjährigen) metabolischen Syndrom oder Diabetes mellitus
- Zewinger et al. J Am Soc Nephrol 2018; Sanchez-Alamo et al. Nephrol Dial Transplant 2021; Keller et al. Diabetes 2025
- Erwachsene und Kinder/Jugendliche mit immunologischen oder genetischen Nierenerkrankungen wie Glomerulonephritiden oder zystischen Nierenkrankheiten (z.B. ADPKD)
- Zewinger et al. J Am Soc Nephrol 2018; Speer et al. Lancet Child & Adolescent Health 2023, Dahmer-Heath et al. Kidney Int Rep 2024; Arjune et al. Clin Kidney J 2024; Boeckhaus et al. Ped Nephrol 2025; Dittrich et al. Kidney Int Rep 2025
- Erwachsene und Kinder/Jugendliche mit Systemerkrankungen wie z.B. Vaskulitiden oder systemischen Lupus erythematodes (SLE), oder Missbildungen der ableitenden Harnwege
- Schunk et al. Nephrol Dial Transplant 2021; Speer et al. Lancet Child & Adolescent Health 2023, Dittrich et al. Kidney Int Rep 2025
- Erwachsene und Kinder/Jugendliche mit Erkrankungen, die eine chronische Nierenschädigung verursachen können, wie z. B. Herz- oder Lungenversagen
- Schunk et al. Kidney Int 2021; Schmidt-Lauber et al. Nephrol Dial Transplant 2023; Pieper et al. J Am Heart Assoc 2024
- Erwachsene und Kinder/Jugendliche mit hohem Risiko für eine akute Nierenschädigung und ein nachfolgendes akut-auf-chronisches Nierenversagen aufgrund von Infektionen, operativen Eingriffen oder diagnostischen Maßnahmen (z.B. Applikation von Kontrastmitteln)
- Schunk et al. Lancet 2019; Roscigno et al. J Am Coll Cardiol 2021, Husain-Syed et al. Nephrol Dial Transplant 2021; Hu et al. Ped Res 2023; Sun et al. Am J Med Sci 2025
- Erwachsene und Kinder/Jugendliche mit einer Nierenschädigung aufgrund nephrotoxischer Substanzen bzw. Therapien (nicht-steroidale Entzündungshemmer, Chemotherapie, Immunsuppressiva, usw.)
- Erwachsene und Kinder/Jugendliche mit einer unklaren Einschränkung der Nierenfunktion (d.h. einer verminderten GFR)
- Schunk et al. Nephrol Dial Transplant 2021
- Erwachsene und Kinder/Jugendliche nach erfolgreicher Nierentransplantation
- Schuster et al. Front Med 2022; Schuster et al. J Clin Med 2024; De Fallois et al. Am J Transplant 2025
Diagnose einer chronischen Nierenerkrankung
Die Kidney Disease: Improving Global Outcomes Klassifikation dient zur CKD-Diagnose und zur Einteilung des Schweregrades einer CKD anhand der eGFR und der Albuminurie (Abbildung). Die Messung von Dkk3 im Urin in Verbindung mit der Bestimmung der eGFR erlaubt darüber hinaus eine bessere Abschätzung des individuellen Verlaufs einer CKD. Insbesondere bei älteren Menschen kann die GFR altersbedingt erniedrigt sein, ohne dass dabei nennenswerte strukturelle bzw. krankhafte Veränderungen des Nierengewebes bestehen. Die Bestimmung von uDkk3 kann hier Klarheit über den Zustand der Nieren schaffen, da ein negatives Ergebnis eine aktive Nierenschädigung bzw. eine CKD mit hoher Sicherheit ausschließt.
Nachteil der CKD Stadieneinteilung nach KDIGO
Die Einteilung sagt nur das “grobe“ Risiko der weiteren Progression einer Nierenschädigung für alle Personen voraus, die einer bestimmten KDIGO Kategorie angehören. Der tatsächliche individuelle Verlauf hängt von vielen weiteren Faktoren ab, wie z.B. wechselnde Aktivität der Nierenerkrankung, Komorbidität, interkurrente Erkrankungen, Einnahme von schädigenden Medikamenten, oder Rauchen. Ob bei einem “Risikopatienten“ tatsächlich eine progrediente Nierenschädigung vorliegt, ist nicht geklärt. Somit bleibt auch der weitere individuelle Verlauf der Nierenerkrankung unklar!
Vorteil durch Dkk3-Nachweis im Urin
Dkk3 wird von „gestressten“ bzw. geschädigten Tubuluszellen in den Urin freigesetzt. Eine bedeutende Nierenschädigung wird daher bereits sehr früh angezeigt. Im weiteren Verlauf steigt die im Urin ausgeschiedene Menge von Dkk3 parallel zur Ausprägung bzw. Aktivität des Schädigungsprozesses im Nierenmark an. Der neu entwickelte Dkk3 ELISA (ReFiNE) ermöglicht deshalb die Früherkennung einer chronisch fortschreitenden Nierenschädigung mit einer einfachen Bestimmung von uDkk3. Der Test eignet sich hervorragend als Zusatzinformation zur eGFR, um besser den individuellen CKD Verlauf abzuschätzen.
Was sagt uns die Messung?
Präanalytik - Vorzugsweise wird die Messung von Dkk3 im frischen Morgenurin durchgeführt
Dkk3 ist in kühl gelagerten Urinproben (bei 4 °C) mindestens 24 Stunden stabil, eine längere Lagerung sollte jedoch vermieden werden. Alternativ können die Urinproben sofort bei –20 °C bis zur Bestimmung eingefroren werden. Wiederholtes Auftauen und Einfrieren sollte vermieden werden.
Erniedrigte Werte: Nicht sachgemäße Urinlagerung
Erhöhte Werte: Nicht-zentrifugierter Urin, bei Fieber/Infekten (z.B. Harnwegsinfekt) oder bei akuter interstitieller Nierenschädigung
Schaden
Die Nieren werden geschädigt → positiver Test (Treffsicherheit beinahe 100%)
Ausprägung
Wie ausgeprägt ist die Nierenschädigung → relative Höhe des Dkk3-Wertes
Verlauf
Verlauf der Nierenschädigung (d.h. Aktivität des Schädigungsprozesses) → relative Höhe und Verlauf des Wertes (in Verbindung mit der eGFR)
Befundbeurteilung
Die Interpretation der uDkk3-Ergebnisse sollte immer in Verbindung mit der eGFR erfolgen.
uDkk3 <200 pg/mg Kreatinin
Es liegt keine progrediente Nierenschädigung vor. Bei Vorliegen von Risikofaktoren, wie z.B. Diabetes mellitus und/oder Bluthochdruck, sollte eine Kontrolle alle 6–12 Monate erfolgen.
uDkk3 >200 pg/mg Kreatinin
Mit hoher Wahrscheinlichkeit liegt eine aktive Nierenschädigung vor. Der individuelle Verlust der GFR korreliert mit der Dkk3-Konzentration im Urin. Der jährliche eGFR-Verlust ist bei uDkk3-Werten >1.000 pg/mg Kreatinin signifikant.
uDkk3 >4.000 pg/mg Kreatinin
ist mit einem mittleren jährlichen Verlust der eGFR von 7,6% assoziiert im Vergleich zu Dkk3-Werten im Urin <200 pg/mg Kreatinin (p<0.001) [Zewinger et al., J Am Soc Nephrol 2018].
Konkreter Gewinn aus dem Wissen um den Dkk3 Befund
- Bestätigung oder Ausschluss einer aktiven und vor allem fortschreitenden Nierenschädigung (CKD Progression) - Wissensvorsprung
- Aufklärung des Betroffenen - klares Ergebnis, klare Botschaft für den Patienten
- Bessere Blutdruckkontrolle und/oder bessere Blutzuckerkontrolle
- Vermeidung weiterer Nierenschädigung (nephrotoxische Medikamente, etc.)
- Effiziente Diagnostik und Berichterstattung an den Zuweiser